Bornaer Stadtjournal

Streuobstwiese in der Wyhraaue

Projektvorstellung: Was wird gemacht?

In der Wyhrauaue unweit des Kuhteiches befindet sich eine Streuobstwiese, welche nur noch zu einem Teil vorhanden ist. Mehr als die Hälfte der Fläche ist bereits verwildert. Der Wirtschaftshof hatte die Idee, den verwilderten Anteil der Streuobstwiese aufzuarbeiten und die alten Obstbäume wieder freizustellen, damit ein zusammenhängendes Biotop entsteht. Deshalb wurden alle wildgewachsenen Bäume und Sträucher entfernt, um einer Verbuschung entgegenzuwirken und das natürliche Wachstum der Obstbäume nicht zu beeinträchtigen.

Was ist eine Streuobstwiese?

Früher wurden Streuobstwiesen für den Anbau von regionalem Obst genutzt. Außerdem dienten sie als Weideland und zur Gewinnung von Heu.
Heutzutage sind sie eine wertvolle Kulturlandschaft, welche durch das Bundesnaturschutzgesetz als geschützte Biotope anerkannt sind.

Warum ist das so und was macht sie so wertvoll?

Streuobstwiesen weisen eine hohe Strukturvielfalt auf und machen sie somit zu einem Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Zu ihren Bewohnern zählen unter anderem Fledermäuse, Siebenschläfer und der immer seltener werdende Steinkauz. Sie leben in den zahlreichen Baumhöhlen, welche vor allem die älteren Obstbäume aufweisen. Außerdem fühlen sich Spinnen und Insekten in dem vorhandenen Totholz sehr wohl. Auch der Igel findet neben Amphibien und Reptilien einen passenden Lebensraum.
Eine Streuobstwiese ist also ein Paradies für eine Vielzahl an Lebewesen und um diesen Effekt noch zu verstärken, wurde das Holz der gefällten Bäume nicht einfach entsorgt, sondern aufgestapelt und mit Löchern für Wildbienen versehen am Ort gelassen. Zusätzlich werden noch kleine Habitate für Reptilien angelegt und Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufgehangen.

Schon gewusst?

  • Streuobstwiesen sind für viele Arten, die heute vom Aussterben bedroht sind, eines ihrer letzten Rückzugsgebiete und zählen zu den artenreichsten Biotoptypen in Mitteleuropa
  • Sie unterstützen aktiv den Klimaschutz, in dem die Bäume CO2 binden und im Boden durch die starke Humusbildung CO2 gespeichert wird.
  • Die historischen Obstsorten sind robust gegen Krankheiten und Schädlinge, weshalb auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet werden kann.

Fazit:

Der Erhalt von Streuobstwiesen spielt eine entscheidende Rolle für den Schutz der Biodiversität. Mit dem Projekt der Rückgewinnung der hiesigen Streuobstwiese möchte der Wirtschaftshof einen Teil zur Erhaltung bedrohter Arten beitragen und dem Rückgang dieses wichtigen Lebensraums entgegenwirken. Es ist unabdingbar, dass der ökologische Wert von Streuobstwiesen anerkannt und geschätzt wird und wieder mehr Naturraum für diese wichtigen Biotope zur Verfügung gestellt wird.

Jakob Murawa

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