Bornaer Stadtjournal

Apothekenratgeber: RSV, Grippe, Corona oder grippaler Infekt – wo ist der Unterschied?

Wenn im Herbst die Temperaturen kühler werden, steigt jedes Jahr auch die Zahl der Atemwegsinfektionen. Viele Menschen fragen sich dann – Ist es eine Erkältung oder doch eine Grippe, Corona oder RSV?
Auch wenn sie durch verschiedene Virustypen ausgelöst werden, haben alle drei Erkrankungen Symptome wie Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen, Fieber, Halskratzen und Abgeschlagenheit gemeinsam. Übertragen werden sie durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Gute Händehygiene, regelmäßiges Lüften und Abstand bei Krankheit sind einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen.
RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) - Infektionen können sehr unterschiedlich verlaufen. Sie können leichte Atemwegserkrankungen, aber auch schwere, beatmungspflichtige Erkrankungen der unteren Atemwege verursachen. Bei Erwachsenen äußert sich eine RSV-Infektion oft als stärkere Erkältung mit Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit und Fieber. Kinder sind vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten besonders gefährdet, schwer an RSV zu erkranken. Eltern sollten deshalb bei anhaltendem Husten, Fieber oder Atemnot dringend einen Arzt aufsuchen.
Eine Grippe wird häufig unterschätzt. Sie beginnt in der Regel sehr plötzlich und zeichnet sich, innerhalb weniger Stunden, durch eine rapide Verschlechterung mit hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie ausgeprägtem Krankheitsgefühl aus. Vor allem bei älteren oder chronisch kranken Menschen kann es zu schweren Verläufen kommen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung vor allem für Risikogruppen. Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke, Bewohner und Bewohnerinnen von Alten- oder Pflegeheimen sowie Personen mit stark erhöhtem Risiko, sich und andere anzustecken. Das sind zum Beispiel medizinisches und pflegerisches Personal oder Menschen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr.
Corona ist weiterhin präsent, verläuft inzwischen aber oft milder als in den ersten Pandemiejahren. Dennoch können auch hier Fieber, Husten und Erschöpfung auftreten. Bei Risikopersonen sind schwere Verläufe nach wie vor möglich. Ein Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn kann ein Indiz für eine Coronainfektion sein.
Besser lassen sich die Virusinfektionen mithilfe eines Tests unterscheiden. Es gibt verschiedene Selbsttests, die sowohl Corona, als auch RSV und Influenza nachweisen können. Diese Tests sind allerdings lediglich ein Indiz. Wer sich krank fühlt und erkältet ist, sollte sich auskurieren und andere nicht unnötig anstecken. Bei einer Verschlechterung der Symptome sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Wenn Sie noch weitere Fragen zum Thema Erkältungskrankheiten haben, freuen wir uns über Ihren Besuch in unserer Apotheke.

Herzlichst, Ihre Apothekerin aus der Apotheke am Krankenhaus, Julia Giselbrecht

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