Bornaer Stadtjournal

Apothekenratgeber - Wenn aus einer kleinen Wunde große Gefahr erwächst

Liebe Leserinnen und Leser,

ein kleiner Kratzer vom Rosendorn, ein Katzenbiss beim Spielen mit Ihrem vierbeinigen Liebling oder eine winzige Schnittwunde bei der Gartenarbeit – das alles klingt harmlos, muss es aber nicht immer sein. Über kleinste Hautverletzungen können Bakterien in tiefere Gewebeschichten eindringen. Bleibt eine Infektion unbehandelt, kann sie sich über die Blutbahn ausbreiten und im schlimmsten Fall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen. Diese stellt immer einen medizinischen Notfall dar und muss sofort ärztlich behandelt werden.
Besonders Tierbisse bergen ein hohes Infektionsrisiko. Katzenzähne sind sehr spitz und bringen Keime tief ins Gewebe, wo sie sich schnell vermehren können. Bereits nach wenigen Stunden kann eine schmerzhafte Schwellung entstehen. Verletzungen durch Tierbisse gehören grundsätzlich in ärztliche Behandlung, da meist eine Antibiotikatherapie notwendig ist. Auch Stichverletzungen durch Dornen oder Holzsplitter sind nicht zu unterschätzen. Pflanzenreste und Erde können in der Wunde verbleiben und eine bakterielle Entzündung auslösen.
Achten Sie auf Warnzeichen wie Rötungen, Schwellungen, Erwärmung, pochenden Schmerz oder eitriges Sekret. Ziehen sich rötliche Streifen in Richtung Körpermitte oder treten Fieber, Schüttelfrost oder Abgeschlagenheit auf, ist das ein Alarmsignal. Zögern Sie nicht, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Symbolbild: KI-generiert
Grundsätzlich gilt bei kleineren Verletzungen, die Wunde sorgfältig mit Wasser oder Kochsalzlösung zu reinigen und mit einem geeigneten Desinfektionsmittel – etwa mit Octenidin oder Povidon-Iod – zu behandeln. In der Apotheke beraten wir Sie gern, welche Präparate und Wundauflagen geeignet sind. Denken Sie außerdem an Ihren Tetanusschutz: eine Auffrischung aller zehn Jahre ist wichtig, bei verletzungsanfälligen Tätigkeiten oder im Ernstfall ist diese auch früher sinnvoll.
Auch vermeintliche Bagatellwunden verdienen Aufmerksamkeit. Wer kleine Verletzungen ernst nimmt, frühzeitig desinfiziert und sich bei Unsicherheit beraten lässt, kann schwere Folgen verhindern. Auch empfiehlt es sich, Verletzungen durch das Tragen von Handschuhen vorzubeugen.
Kommen Sie gern in Ihrer Apotheke vor Ort vorbei – wir helfen Ihnen, Infektionen früh zu erkennen und sicher zu handeln. Wenn Sie noch weitere Fragen zum Thema Wundversorgung haben, beraten wir Sie gern und freuen uns über Ihren Besuch in unserer Apotheke.

Herzlichst, Ihre Apothekerin aus der Apotheke am Krankenhaus
Julia Giselbrecht

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