
„Ein gesunder Darm bedeutet nicht nur eine funktionierende Verdauung“, sagt Dr. Andreas Klamann, Ärztlicher Direktor des Sana Klinikums Borna und Chefarzt der Inneren Medizin. „Rund 70 Prozent unseres Immunsystems sitzen im Darm. Er beeinflusst Entzündungsprozesse, die Nährstoffaufnahme und sogar unsere Stimmung.“
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung bildet die Grundlage für eine stabile Darmflora. Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und fermentierte Lebensmittel unterstützen die Vielfalt der Mikroorganismen, die im Darm leben. Auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig – ebenso wie regelmäßige Bewegung. „Bewegung regt die Darmtätigkeit an und wirkt sich insgesamt positiv auf den Stoffwechsel aus“, so Dr. Klamann.
Weniger gut bekommt dem Darm hingegen eine dauerhaft stark verarbeitete, zucker- und fettreiche Ernährung. Auch chronischer Stress kann die Darmfunktion beeinflussen. „Der Darm reagiert sehr sensibel auf seelische Belastungen. Das merken viele Menschen zum Beispiel bei anhaltenden Bauchschmerzen oder veränderten Stuhlgewohnheiten.“
Gelegentliche Beschwerden sind meist harmlos. Halten Symptome jedoch länger an, treten Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust oder starke Schmerzen auf, sollte dies unbedingt ärztlich abgeklärt werden. „Wichtig ist, Veränderungen ernst zu nehmen und nicht aus Scham zu verdrängen“, betont der Internist.
So wichtig der Lebensstil ist – entscheidend ist auch die medizinische Vorsorge. Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, entwickelt sich jedoch oft über viele Jahre aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Genau hier setzt die Vorsorge an.
„Die Darmspiegelung ist eine der effektivsten Vorsorgeuntersuchungen überhaupt“, erklärt Dr. Klamann. „Dabei können wir nicht nur Krebs früh erkennen, sondern Vorstufen direkt entfernen. Das ist aktive Krebsverhütung.“
Gesetzlich Versicherte haben in der Regel ab 50 Jahren Anspruch auf eine Darmkrebsvorsorge. Frauen und Männer können die Koloskopie ab 50 Jahren in Anspruch nehmen; individuelle Risiken, etwa familiäre Vorbelastungen, können frühere Untersuchungen erforderlich machen. Alternativ können Frauen und Männer alle 2 Jahre einen Stuhlbluttest.
Dennoch zögern viele Menschen. „Scham und Angst vor der Untersuchung spielen nach wie vor eine Rolle“, weiß Dr. Klamann. „Dabei ist die Darmspiegelung dank moderner Sedierung heute in der Regel schmerzfrei und für die Patientinnen und Patienten gut verträglich.“
Für Dr. Klamann ist Darmgesundheit ein Zusammenspiel aus Eigenverantwortung und medizinischer Begleitung. „Wir können durch Ernährung, Bewegung und Stressreduktion viel selbst tun. Aber wir sollten auch die Möglichkeiten der Vorsorge nutzen. Je früher wir Veränderungen entdecken, desto besser sind die Heilungschancen.“
Wer mehr darüber erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zum Gesundheitsvortrag unter dem Titel „Darmgesundheit im Alltag: Was Sie wirklich wissen sollten“ am Donnerstag, 2. April 2026, um 16:30 Uhr im Auditorium (3. OG) des Sana Klinikums Borna.
Dr. Andreas Klamann informiert dort über darmgesunde Ernährung, Stressbewältigung, Bewegung und wichtige Vorsorgeuntersuchungen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und individuelle Themen zu besprechen. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.
PM, Sana Kliniken Landkreis Leipzig