Bornaer Stadtjournal

Neustart in Leipzig

Leipziger Logistik & Lagerhaus Südwest GmbH aus Ettlingen übernimmt die Dachgesellschaft Leipziger Logistik & Lagerhaus GmbH, Leipzig und rettet Arbeitsplätze

2025 war die Leipziger Logistik & Lagerhaus GmbH Leipzig in die Krise geraten und musste deshalb im August 2025 Insolvenz anmelden. Betroffen waren 90 Arbeitsplätze und auch eine Vielzahl von Frachtführern.
In enger Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter Christian Krönert von Schultze & Braun und dem Geschäftsführer der Leipziger Logistik & Lagerhaus GmbH, Günter Bauer, ist es trotz schlechter politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen innerhalb von acht Monaten gelungen, 23 Arbeitsplätze in Leipzig zu erhalten und einen Fortbestand des Standortes Leipzig abzusichern. Weitere 35 Arbeitsplätze konnten durch den Verkauf eines Teilbereiches des Geschäftsfeldes Getränkelogistik an einen mittelständischen Spediteur ebenfalls erhalten werden.
Nach Zustimmung durch die Gläubigerversammlung, hat rückwirkend zum 1. April 2026 das Tochterunternehmen, die Leipziger Logistik & Lagerhaus Südwest GmbH, das operative Lager- und Transportgeschäft aufgekauft.
Die Leipziger Logistik & Lagerhaus GmbH wurde 1990 durch Günter Bauer in Leipzig gegründet und war auf den Transport und die Lagerhaltung von Getränken spezialisiert. Mit über 60 eigenen LKW war das Unternehmen gut aufgestellt und eigentlich in einer krisensicheren Branche tätig.
2020 entschied sich Günter Bauer seinen Fuhrpark auf gasbetriebene Lastkraftwagen, aus Umweltgründen, umzustellen. Anfänglich gefördert und auch mautbefreit unterwegs, glaubte man, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Schnell zeigte sich jedoch, dass die Gasfahrzeuge technisch unausgereift und deshalb extrem reparaturanfällig waren. Die Fahrzeuge entwickelten zu viel Hitze, so dass es regelmäßig zu Aggregatschäden gekommen ist. Schmorbrände, durchgebrannte Kabel und Zündkerzen führten zu ständigen, länger währenden Werkstattaufenthalten.
Bis 2025 entstanden dadurch Reparaturkosten in Höhe von 3,7 Mio. Euro Als dann noch im Dezember 2023 die Mautgebühren verdoppelt wurden und auch Gasfahrzeuge ab Januar 2024 den vollen, verdoppelten Mautsatz entrichten mussten, war der Untergang, trotz intensiver Bemühungen, nicht mehr aufzuhalten. Monatliche, zusätzliche Mautkosten in Höhe von bis zu 150.000 €liefen gegen Substanz und Reserven der Leipziger Logistik & Lagerhaus GmbH.
Das Ettlinger Unternehmen entschied sich hingegen weiter auf Dieselantrieb zu setzen, was sich im Nachhinein als richtig erwiesen hat. Die Leipziger Logistik & Lagerhaus Südwest GmbH, welche 1996 ebenfalls von Günter Bauer gegründet worden ist und stets eigenständig war, durfte dann nach Zustimmung der Gläubiger die Leipziger Firma übernehmen. Geführt wird das Unternehmen durch den Schwiegersohn, Matthias Krause, und die Tochter, Jessica Krause, so dass eine Zukunftsperspektive für die Leipziger gegeben ist. Bedanken möchte sich Günter Bauer bei dem Getränkehersteller Coca-Cola und dem Nahrungsmittelhersteller Anona aus Colditz, ohne deren Beistand eine Weiterführung nicht möglich gewesen wäre. Eine besondere Rolle spielte auch der Insolvenzverwalter Christian Krönert, dessen Sanierungserfahrung sehr hilfreich war.

PM, Leipziger Logistik & Lagerhaus Südwest GmbH

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