Markkleeberger Stadtjournal

Vereinigung der evangelischen Kirchgemeinden in Markkleeberg

Mit Jahresbeginn gibt es in Markkleeberg nur noch eine Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde. Sie geht aus der Auenkirchgemeinde Markkleeberg-Ost, Großstädteln-Großdeuben sowie der Martin-Luther-Gemeinde Markkleeberg-West hervor und ist deren Rechtsnachfolgerin. Im Festgottesdienst am Neujahrstag wurde das gebührend gefeiert.

Bereits 2020 waren die drei Gemeinden eine Kooperation eingegangen, zu der auch Zwenkau mit ihren Schwestergemeinden Großdalzig und Tellschütz-Wiederau gehörten. Als „Region 6“ im Kirchenbezirk Leipzig teilten sie sich pastorale, pädagogische und kirchenmusikalische Mitarbeitende. Der Kooperationsraum war nach landeskirchlichen Vorgaben jedoch zu klein geworden und es wurde zu weiteren Zusammenschlüssen aufgefordert.

Zwei Jahre haben Kirchenvorsteher, allesamt ins Ehrenamt gewählt, in verschiedene Richtungen sondiert und verhandelt, bis eine für die Markkleeberger akzeptable Lösung herauskam. Während die Gemeinden um Zwenkau nun neue Wege in Leipzigs Südwesten gehen, haben sich die Markkleeberger zum Leipziger Süden orientiert. Dort hat sich über die letzten Jahre als „Region 5“ im Kirchenbezirk eine lockere, sehr gute Zusammenarbeit etabliert. Mit über 9.000 Mitgliedern ist die Kirchgemeinde im Leipziger Süden (früher Connewitz, Peterskirche, Bethlehemgemeinde und Lößnig-Marienbrunn) mit Abstand deren größte, gefolgt von Probstheida-Störmthal-Wachau mit 1.600 Seelen sowie der Andreasgemeinde auf der Alten Messe mit rund 1.400 Evangelischen. Mit diesen drei Schwestern hat sich die vereinigte Markkleeberger Kirchgemeinde mit ihren rund 3.500 Gliedern zum 1. Januar 2026 verbunden.

Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde dürfte der mitgliederstärkste Verein in der Stadtgesellschaft sein, der sich für das öffentliche Wohl einsetzt, Menschen Halt und Orientierung in verschiedenen Lebensphasen bietet und auch in schweren Situationen begleitet. Als Träger von Kultur-, Diakonie- und Jugendarbeit sieht sie sich dem Gemeinwesen verpflichtet, möchte Menschen verbinden. Die Vereinigung soll Kräfte bündeln, Konzentration auf wichtige Felder fördern und evangelischen Glauben in der Gesellschaft wahrnehmbar halten.

Bis zur Neuwahl des ersten gemeinsamen Kirchenvorstands und dessen Einführung am 1. Advent 2026 haben die bisher selbständigen Gemeinden zwölf Vertreterinnen und Vertreter für einen Übergangs-Kirchenvorstand benannt, der die Geschicke lenkt, Haushalt und Personal verantwortet. Wenn die Schritte des Zusammenwachsens nur wenige Gemeindemitglieder, Bürgerinnen und Bürger bemerken und es möglichst wenig „knirscht“, wäre das ein Zeichen des Erfolgs. Denn wie Kirche wahrgenommen wird, entscheidet sich letztlich an der Basis und vor Ort, im persönlichen Kontakt. Dazu laden wir alle Markkleebergerinnen und Markkleeberger weiter herzlich ein.

Frank Bohne, Pfarrer, Fotos: bw

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