Karneval mit Tradition – auch als Ausstellung im Rathaus
Der „markkleeberger carnevals club“ (mcc) präsentiert ab dem 19. Januar 2026 im Foyer des Rathauses unter der Überschrift „Hinter und vor den Kulissen“ eine Ausstellung. Gezeigt werden Entwürfe, Plakate, Bühnenbilder usw. für die Faschingsveranstaltungen des Vereins der letzten 30 Jahre, die von Kristina Raschel-Boettger angefertigt wurden. Als studierte Designerin gehört sie zur Deko- und Technikgruppe des mcc, die immer fleißig hinter den Kulissen wirkt. Sie ist die Kreative, in deren Händen das Erscheinungsbild des mcc sowie die Gestaltung der Plakate, Eintrittskarten, Hefte … und schließlich auch des Bühnenbildes liegt.
Die Vorbereitungen für die Faschingsveranstaltungen des mcc beginnen jedes Jahr schon einige Monate vorher: Aus den übers Jahr gesammelten Themenvorschlägen wird gemeinsam das Motto für den nächsten Fasching ausgesucht. Ausgehend von diesem Motto entwickelt Kristina einen Plakatentwurf, der auch die Eintrittskarten und das Sponsorenheft ziert. „Mit dem Plakat möchten wir die Kreativität unserer Faschingsfans bei der Kostümwahl entfachen, denn die Kostüme sollten möglichst auch zum jeweiligen Thema passen“, sagt Philipp Haß, Präsident des mcc.
„Für mich ist es vor allem wichtig, dass sich das jeweilige Motto auch gut auf die Bühne bringen lässt. Das ist zwar nicht immer so einfach, wie anfangs gedacht, macht aber viel Spaß und das Deko-Team ist mit vollem Einsatz dabei“, sagt Kristina. So war das Motto „Oetzsch, Gautzsch Helau – diese Berufe kennt keine Sau“ aus dem Jahr 2023 für sie eine besondere Herausforderung. Es sollten keinesfalls herkömmliche, bekannte Berufe sein, sondern solche wie Brillenträger, Büstenhalter, Armleuchter und Zitronenfalter. Doch dank Kristinas stets verlässlich guter Ideen wurde auch aus diesem Thema ein perfektes Bühnenbild und diese Faschingsveranstaltung wieder für viele eine sehr schöne und unvergessliche Veranstaltung.
Wenn man sie nach ihrem Lieblingsbühnenbild fragt, sagt sie nach kurzem Überlegen: „Da gibt es so einige. Beispielsweise das von 2007: ‚Ob Linde oder Hühnerstall, der mcc spielt überall‘, dann das von 2010: ‚Die ganze Welt ins Zirkuszelt‘, das von 2015: ‚Haltestelle Rathaussaal – per Orientexpress durch Berg und Tal‘ und das von 2020: ‚Oetzsch, Gautzsch, Helau – stell deine Maske zur Schau‘.“
„Lustig, hintergründig, gern auch zweideutig und etwas frivol – so sind unsere Themen, so sollen sie auch sein und so werden sie auch bleiben. Denn das Letzte, was bei unserem Fasching zu kurz kommen darf, ist der Spaß“, sagt Philipp Haß.
Nachdem das mcc-Jubiläum in der vergangenen Saison aus organisatorischen Gründen unter dem Motto „44 Jahre lachen – lasst uns fröhlich weitermachen“ in der Aula der Rudolf-Hildebrand-Schule gefeiert wurde, empfängt der mcc diesmal wieder im Lindensaal. Unter dem Motto „Ein Ausflug in die Galaxie – das wird spannend wie noch nie“ starten und landen Besucher aus fernen Welten – natürlich mit besonderen Raumfahrzeugen – gesteuert durch die Raumfahrtzentrale des mcc. Die vielen Details für das neue Bühnenbild sind schon fast fertig und werden einige Tage vor der ersten Veranstaltung am 7. Februar aufgebaut. Die Vorfreude inklusive Lampenfieber ist schon groß, auch hinter den Kulissen: „Unsere Deko-Gruppe improvisiert meisterhaft und Kristina achtet wie immer auf jedes Detail. Das Wappentier des mcc, die Markkleeberger Eule, wurde übrigens auch von ihr neu entworfen. Sie ist in 1½ Metern ‚Lebendgröße‘ immer mit dabei und auch als Logo des Clubs präsent. Sie macht eine gute Figur, wird wahrgenommen und schnell wiedererkannt“, so Philipp Haß.
Nach den Veranstaltungen gibt es reichlich Arbeit: „Alles muss sorgfältig abgebaut und wieder auf den Lkw verladen werden. Dann heißt es für alle Clubmitglieder: alles abladen, in die Räume des mcc tragen und gut verstauen. So haben wir im Laufe der Zeit einen umfangreichen Fundus aufgebaut, auf den wir jedes Jahr zurückgreifen können und den wir immer wieder neu nutzen können. Die Grundlage für die tollen Bühnenbilder ist ein bis ins Kleinste durchdachtes, flexibles Baukastensystem. Es wurde von einem engagierten mcc-Mitglied entwickelt und angefertigt. Kaum sichtbar trägt es jedes Mal die Dekoration der Bühnengestaltung“, sagt Philipp Haß.
Der mcc freut sich über neue Mitglieder: kleine und große Faschingsfans, die gerne mit anpacken und ebenso gerne auf der Bühne stehen. Da mit den Veranstaltungen immer viel Aufwand verbunden ist, sind auch „unsichtbare“ helfende Hände hinter den Kulissen stets willkommen. Philipp Haß ergänzt: „Wir brauchen sie im wahrsten Sinne des Wortes zum Strippen ziehen und Kulissen schieben, denn es müssen auch Stromkabel verlegt und eine optimale Beleuchtung installiert werden.“
Tipp: Kristina Raschel-Boettgers Plakate sind wie „Wimmelbilder“. Wenn man sie aufmerksam betrachtet, lassen sich viele kleine Details entdecken. Manchmal ist auch etwas Leicht-Frivoles darin versteckt. Es lohnt sich, neugierig zu sein – die Ausstellung im Rathaus-Foyer ist vom 19. Januar bis zum 19. Februar geöffnet, der Eintritt ist frei.