
Unser OBM hatte ja befürchtet, dass „seine Siegesserie“ (bisher wurde jedes Aus-wärtsspiel gewonnen, bei dem er dabei war) beim Tabellendritten reißen könnte. Leider behielt er damit recht, auch wenn es sehr knapp zuging, die Mädels auf dem Feld und er mit den weiteren im Fanbus mitgereisten Fans auf der Tribüne alles gegeben hatten.
Die Spielbeobachtung inclusive Rückblick auf den bisherigen Saisonverlauf ist heute Trainer Tim Reichenbach ganz allein vorbehalten : „Erneut haben unsere Volleys ein wirklich starkes Spiel gegen einen favorisierten Gegner, diesmal den VfL Oythe, gezeigt. Nach einem sehr umkämpften 1. Satz, der jedoch noch zu Gunsten der Gastgeber ausging, belohnten wir uns im 2. Satz dann für einen beherzten Auftritt. Vor allem in Aufschlag und Block-/Feldabwehr konnten wir die Oytherinnen unter Druck setzen. Die physisch überlegenen Gegnerinnen hielten vor allem mit einem druckvollen Angriffsspiel und ebenfalls guten Aufschlägen dagegen und nach-dem Satz drei ebenfalls verloren ging, schien im vierten Durchgang bei 20:24 das Spiel bereits verloren. Aber jetzt bewiesen unsere Mädels unter Beifall der mitgereis-ten Fans nochmals, was in Ihnen steckt, und kämpften sich auf 24:24 ran. Bei 26:25 war sogar die Chance zum Satz- und Punktgewinn zum Greifen nah - aber dann ging der Satz doch 26:28 und damit das Spiel leider mit 1:3 verloren.
Das Spiel gegen Oythe ist gleichzeitig ein Abbild der gesamten Hinrunde unserer Neuseenland Volleys. Nur in drei von vierzehn Spielen gewannen wir keinen Satz, während in allen anderen Partien mindestens ein Satz gewonnen und zahlreiche Sätze nur sehr knapp verloren wurden. Betrachtet man die vermeintlichen "Pflichtsiege", so haben wir hier unser Soll erfüllt und die Partien gegen Dingolfing, Hörde und Berlin gewinnen können.
Was wir als Trainerteam sehen und uns erfreulicherweise auch von den Fans be-scheinigt wird, ist die individuelle Entwicklung der Spielerinnen. Auch in den Ergeb-nissen bzw. Spielverläufen sieht man, dass wir gefühlt in der Liga angekommen sind. Und schaut man dann nochmal auf den Kader, das Alter und die "Vita" der Spielerinnen, die alle aus Ligen weiter unten kommen und von denen keine auf diesem Niveau bereits gespielt hat, kann man mit der Entwicklung, die das Team bisher genommen hat, schon sehr zufrieden sein. Die Unterschiede zwischen den Mannschaften in dieser Liga, mit Teams, die teilweise aus "Vollprofis" bestehen, sich durch ausländische Spieler verstärken oder hauptamtliche Trainerstrukturen ha-ben, im Vergleich mit Mannschaften wie uns, die vor allem junge, deutsche Spielerinnen im Kader haben, sind schon beachtlich.
An einer Stelle sind wir jedoch bereits erstklassig – bei unseren Heimspielen und un-seren Fans. Auch am 4. Advent fuhren wieder einige Unterstützer mit nach Oythe, um uns lautstark anzufeuern. Die Heimspielkulisse und der gesamte Aufbau zählen zu den besten der Liga, die Stimmung in der Neuseenlandhalle aus Teamsicht so-wieso ! Dafür auch von meiner Seite und im Namen der gesamten Mannschaft vielen Dank an Fans, Unterstützer und „Macher“ im Verein und drumherum.
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dem Halbzeit-Tabellenstand. Dort „überwinterten“ unsere Volleys auf Platz 13, was wir mit Blick auf die am 04.01.2026, 18 Uhr in der Neuseenlandhalle beginnende Rückrunde mal gemeinsam als Glückszahl werten wollen, was sich dann bewahrheitete.
Aber dazu gleich, vorher will ich nämlich den Blick weg vom “Flaggschiff“ auf das „Hinterland“ der Abteilung Volleyball richten, denn der macht den Saisonverlauf bisher „rund“ und kommt in der Berichterstattung leider oft zu kurz.
Unsere Damen 2, die Reinker Neuseenland Volleys, waren am 4. Adventswochenende auswärts gefordert, und zwar beim (noch) Tabellenführer SC Freital. Es war das einzige Spiel der Liga an dem Wochenende und man wusste : ein Sieg würde die „Herbstmeisterschaft“ bringen. Es ging auch gut los, 25:23 im Satz 1, aber dann kam, was wir schon öfter bei den Mädels beobachtet hatten – ein ziemlich schlechter 2. Satz (17:25). Auch der Satz 3 begann nicht gut, doch die Mädels rappelten sich wieder auf und gewannen ihn quasi im Endspurt mit 25:21. Damit war der Gegner „geknackt“, so dass der entscheidende 4. Satz relativ leicht (25:10) und damit das Spiel 3:1 gewonnen wurde. Drei weitere Punkte auf dem Konto und „Herbstmeister“ mit eben diesen 3 Punkten Vorsprung auf Freital!
Schaut man auf die weiteren Wettkampfteams der Erwachsenen, kann man eine insgesamt tolle Entwicklung im Volleyball-Neuseenland zur Saisonhalbzeit feststel-len. Bei den Frauen ist beispielsweise Platz 3 der 3. Damen in der Bezirksliga Leipzig zu nennen. Bei den Männern ist die Erste aktuell auf Platz 3 in der Sachsenliga und die 3. Männer führt die Bezirksligatabelle an. Unsere kleinen und großen Nachwuchsmannschaften vermelden, soweit sie schon an Wettkämpfen teilnehmen, aktuell Siege und gute Platzierungen bei ihren Meisterschaften. Der Hobbybereich ist stabil und bietet vielen Frauen und Männern die Möglichkeit zum Volley-ball(breiten)sport in der Hobbyliga oder auch ganz ohne Wettkämpfe.
Fazit: die schon im Vorjahr festzustellende gute Entwicklung der Abteilung Volleyball setzte sich, gut geführt von der „jungen“ Abteilungsleitung und mit Hilfe zahl-reicher engagierter Übungsleiter, fort. Danke dafür allen, die sich da ehrenamtlich einbringen. Und natürlich gern weiter so !

Doch unsere Markkleeberger Mädels gingen das Spiel gegen die favorisierten Gäste optimistisch an : „Neues Jahr, neue Chance ! Nach der 1:3-Niederlage im Pokal wollen wir nun in der Liga Punkte gegen die Mitaufsteiger aus Waldgirmes holen.“
Die Mittelhessinnen hatten ihre letzten drei Spiele verloren) – war das die kleine Chance unserer Volleys, selbst wieder auf die Siegerstraße abzubiegen ? Mit einem sehr guten Tag und der Unterstützung der Fans gleich zu Jahresbeginn vielleicht.
Auch Chefcoach Tim Reichenbach wusste um die Leistungsstärke des Gegners, war aber auch durchaus optimistisch: „Zum Rückrundenstart dürfen wir einen alt-bekannten Gegner begrüßen. Nach zwei gewonnenen Spielen letzte Saison ge-gen Waldgirmes, mussten wir uns diese Spielzeit leider im Pokal 1:3 geschlagen geben. Das Team trumpft vor allem durch eine hervorragende Feldabwehr auf und zeigt sich als sehr abgeklärt und eingespielt, was durch eine, für einen Aufsteiger hervorragende Platzierung bestätigt wird. Doch auch unsere Mädels sind besser aufeinander eingestellt als in der ersten Begegnung dieser Saison und mit unseren heimischen Fans im Rücken hoffen wir natürlich auf einen erfolgreichen Spieltag!“
Wie mir Tim sagte, wurde zwischen den Jahren gut trainiert, so dass unsere Mädels nach den Feiertagen gut in das neue (Liga-)Jahr starten konnten, auch wenn nicht alle ganz fit waren. Entsprechend groß war dann die Hoffnung bei den 302 Fans (gefühlt 500), die die Neuseenlandhalle wieder zum Beben brachten.

Ein gut gelaunter Trainer Tim Reichenbach kommentierte das Spiel mit einem Tag Abstand so: „ Ich denke, das gestern war eines der intensivsten Spiele, die wir in dieser Saison bisher erleben durften. In dem Wissen, dass Waldgirmes sehr abgeklärt und eingespielt ist und vor allem in der Feldabwehr kaum etwas zulässt, war die Aufgabe für uns, in Aufschlag und Angriff zwingend genug zu sein. Dies gelang zu Beginn des Spiels leider nur teilweise. Immer wieder schlichen sich leichte Fehler und Ungenauigkeiten im Spielaufbau ein. Es brauchte eine Weile, bis wir unseren Rhythmus fanden und im Spielverlauf immer abgeklärter agieren konnten. Waldgirmes hielt stark dagegen, was sich in zahlreichen langen Ballwechseln zeigte. Als nach über zwei Stunden Spielzeit der wichtige Sieg im Tiebreak errungen werden konnte, war die Erleichterung spürbar groß. Nach etlichen guten Spielen, in denen es oft nur knapp nicht gereicht hat, haben wir uns diesmal endlich belohnt. Der Sieg gegen Waldgirmes, die derzeit Sechster sind, tut nicht nur der Tabelle, sondern auch dem Kopf unheimlich gut. Jetzt gilt es den Schwung in die nächsten Wochen mitzunehmen.“ So ist es und so soll es sein.

Alles in Allem: Was für ein Jahresauftakt, belohnt mit dem vorläufigen Nichtab-stiegsplatz 12 in der Ligatabelle ! Ich meine, das Spiel mit spannendem und über weite Strecken gutklassigem Volleyballsport mit so manchem tollen Ballwechsel und die seensationelle, so noch nicht erlebte Stimmung in der Halle waren gute Volleyballwerbung, oder was meint ihr?
Der Januar hält nun noch drei Spieltage für unsere Damen bereit, davon das ganz wichtige Heim-Rückspiel gegen den aktuellen Tabellenletzten BBSC Berlin, den wir im Auswärtsspiel (mit Fanfahrt) 3:1 besiegen konnten. Drei Punkte müssen auch im Rückspiel her, wenn wir das Ziel Klassenerhalt nicht aus den Augen verlieren wollen. Also: auf geht’s am 17.01.2026 in die Neuseenlandhalle zur „Maximalanfeuerung“ !
Übrigens: wer möchte, kann an dem Tag gern auch schon um 14 Uhr in die Halle kommen und die Reinker Neuseenland-Volleys bei ihrer Revanche für die unglück-liche 2:3-Auswärtsniederlage gegen die Sonneberger Damen unterstützen.
Das Spiel eine Woche zuvor beim Tabellenführer Vilsbiburg, der unsere Mädels zum Saisonauftakt daheim recht klar 3:0 besiegte und seitdem ziemlich deutlich die Liga beherrscht (nur eine Niederlage bisher), sollte zum weiteren „Formaufbau“ genutzt werden. Ziel: mit möglichst vielen guten Aktionen möglichst viele Punkte erzielen. Mehr als das wäre schon eine sehr große Überraschung. Aber wer weiß…

Rainer Leipnitz, Fotos: bw