Markkleeberger Stadtjournal

Wieder zwei ganz enge Sätze, aber leider keine Punkte

Am 24. Januar 2026 reisten die Neuseenland-Volleys Markkleeberg zu den Sparkassen Wildcats Stralsund. Gegen die Wildcats war eine Rechnung offen, denn die Mitaufsteigerinnen hatten beim Hinspiel, damals eher etwas überraschend gut aufspielend, drei Punkte aus Markkleeberg entführt (3:1). Inzwischen haben sie sich als sehr starke Aufsteiger gezeigt und daheim sogar den Tabellenführer Vilsbiburg besiegt. Es gab zwar auch ein, zwei „Ausrutscher“, aber ihr vor dem Spiel achter Tabellenplatz mit 11 Punkten Vorsprung auf unsere Volleys war beachtlich.

Aber mit dem „Aufwind“ der beiden Heimspielsiege zu Jahresbeginn sollte es vielleicht ja doch möglich sein, auch am Strelasund den einen oder anderen Punkt zu holen. Was dafür wichtig sein wird, ordnete Trainer Tim Reichenbach so ein: „Am kommenden Wochenende erwartet uns ein sehr herausforderndes Spiel. Neben der langen Anreise in den hohen Norden ist es vor allem die, sagen wir mal, Undurchsichtigkeit Stralsunds, die uns in der Vorbereitung vor Herausforderungen stellt. Die Gastgeberinnen zeigten sich in der Saison bereits mit starken Auftritten gegen Top-Teams der Liga, verloren andere Spiele dann aber überraschend. Spielerisch scheint es dieses Mal sehr am Element Aufschlag und Annahme zu hängen, wer erfolgreicher sein wird. Im Hinspiel hat uns das Stralsunder Aufschlagspiel enorm unter Druck gesetzt, was den eigenen Angriffsaufbau erschwerte. Gleichzeitig fällt auch auf Stralsunder Seite auf, dass die Mannschaft meistens verlor, wenn Sie in der Annahme unter Druck geraten sind. Da müssen wir dieses Wochenende also besser sein als der Gegner und darüber hinaus auch aus schweren Spielsituationen gute, mutige Lösungen finden.“

Darauf kam es an, denn die Wildcats waren mit einem klaren Heimsieg und einer ebenso klaren Auswärtsniederlage zwar durchwachsen ins Jahr 2026 gestartet, aber in eigener Halle zuletzt sehr erfolgreich, sicher auch wegen der durchschnittlich 400 Heimspielzuschauer. Aber im Polster&Pohl-Bus, mit dem unsere Mädels in den hohen Norden fuhren, saßen auch wieder einige treue Fans, die sich lautstark gegen das wie immer zahlreiche Gastgeberpublikum in Szene setzen wollten und das dann auch taten, obwohl man sie nach Kräften daran zu hindern versuchte.
Ein Förderkreismitglied dazu: „Leider waren wir hier heute stimmungstechnisch chancenlos. Aber nicht wegen der Heimfans, sondern wegen den Umständen. Fadenscheinige Gründe, warum Trommeln und Trompeten nicht zugelassen wurden (zu laut, Nachbarn beschweren sich, Gäste beschweren sich) und dann drehen sie die Boxen auf Discolautstärke. Und jedes Mal, wenn wir lauter wurden, drehte der DJ die Musik lauter. Selbst wenn wir mal gepfiffen haben, wurden wir von Hallenhelfern angesprochen, es wäre zu laut. Schade...“ Dennoch waren sie im Stream zu hören und zu sehen. Gut gemacht, meinten auch die Mädels: „Trotz Unterzahl waren unsere Fans die lautesten in der Halle und haben uns in allen Situationen unterstützt. Ihr seid die Besten!“

Nun aber zum Spiel. Satz 1 begann unsererseits ziemlich nervös, so dass sich die Gastgeberinnen zunächst etwas absetzen konnten. Aber bei 7:7 wurde erstmals ausgeglichen. Doch dann zogen die Wildcats wieder davon, hatten bei 19:11 fast uneinholbare 8 Punkte Vorsprung. Eine Aufschlagserie von Pauline brachte unsere Mädels aber erstmal wieder heran, denen dann nach zahlreichen guten Aktionen sogar der Ausgleich zum 23:23 gelang. Aber zum Satzgewinn reichte es dann leider doch nicht, nach einem missglückten Hinterfeldangriff über die Mitte ging der Satz (mal wieder so knapp) mit 23:25 verloren. Sehr schade nach der tollen Aufholjagd!

Der zweite Satz verlief dann noch umkämpfter als der erste. Es gab von Beginn an ein ständiges Hin und Her, und es gelang keinem Team, sich entscheidend abzusetzen. In der Crunchtime führten die Gastgeberinnen dann aber beim 23:20 mit drei Punkten, doch unsere Mädels kämpften sich auch diesmal wieder heran und hatten bei 24:23 und 25:24 dann sogar zweimal Satzball. Leider konnten sie beide nicht nutzen und schließlich ging auch dieser Satz mit 27:29 verloren, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die letzte Aktion (vermeintliche Markkleeberger Blockberührung bei einem ansonsten ins Aus gegangen Angriff der Wildcats) vom 1. Schiedsrichter richtig gesehen wurde. Ich jedenfalls konnte im Stream keine Berührung erkennen. Spiel- oder zumindest satzentscheidend?

Satz 3 begann wie der erste und brachte beim 0:3 eine für mich klare Schiedsrichter-Fehlentscheidung. Die wurde von unserer Seite auch moniert und das Ganze „kulminierte“ dann in der gelben Karte für unseren Trainer. Schon fragwürdig, wenn ein Schiedsrichter eigene Fehlleistung mit einer Bestrafung des zurecht Protestierenden ahndet. Habe ich in meiner aktiven Bundesligazeit jedenfalls immer vermieden. Im weiteren Verlauf des Satzes wurde dann leider die Gegenwehr unserer Mädels immer geringer, und auch zwei relativ frühe Auszeiten (auch wenn es nach der zweiten bei 9:17 nochmal ein kurzes Aufflackern gab) brachten nicht mehr die Wende, so dass der Satz mit 13:25 (zu) klar und das Spiel damit 0:3, also leider ohne Markkleeberger Punkt, verloren ging. Vor allem wohl auch, weil der Aufschlagdruck, mit dem die Wildcats vor allem im ersten Satz sehr beeindruckt werden konnten, stetig nachließ, wie auch Jannes im DYN-Interview nach dem Spiel u.a. feststellte.

Alles in allem: bravourös gekämpft, zwar letztlich (erneut) nicht belohnt, aber ein weiteres mal bewiesen, dass wir sehr gut mithalten können, was wiederum Mut macht für das Liga-Restprogramm mit dem Ziel Klassenerhalt. Der kurze Kommentar der Mädels, bei denen Kapitänin Thora Bauer die silberne MVP-Medaille gewann : „Zweimal am Satzgewinn geschnuppert, aber keine Punkte gegen Stralsund. Herzlichen Glückwunsch in den Norden!“

Da glücklicherweise wieder alle unmittelbaren Tabellennachbarn ihre Spiele am Wochenende auch verloren haben, bleibt die Situation im hinteren Tabellendrittel für unsere Mädels mit Blickrichtung Klassenerhalt einigermaßen günstig und verbesserte sich partiell sogar.

Nun haben unsere Mädels erstmal ein Wochenende frei, bevor sie am 07.02.2026 in das letzte Saisondrittel mit der 400 km-Fahrt in die entgegengesetzte Richtung, nämlich mal wieder nach Bayern, starten. Gegen den aktuell Tabellenvierten und damit natürlich hoch favorisierten TV Planegg-Krailling steht wieder ein schweres Spiel an, aber „unbesiegbar“ gibt es in der Liga nicht. Immerhin hat der TV auch schon zwei Heimspiele, darunter das gegen Stralsund, verloren. Also : die zwei Wochen Training gut nutzen, mutig gen Süden fahren und sich vor allem weiter aufbauen für die folgenden (vor-)entscheidenden Spiele danach !

Am gleichen Tag stand für die Reinker Neuseenland-Volleys, also die Damen 2, ihr Heimspiel gegen die Reserve des Erstligisten Schwarz-Weiß Erfurt an. Leider haben sie das glatt mit 0:3 in den Sand gesetzt. Nachdem sie Satz 1 nach Führung dann doch noch 23:25 verloren hatten, bekamen sie so gut wie nichts mehr zustande und verloren zweimal klar mit 15:25. Durch diese Niederlage rutschten sie dann auch von der Tabellenspitze auf Platz 2 ab. Um die Spitze zurückzuerobern, müssen nun halt Auswärtspunkte bei den zwei folgenden Derbys gegen den TSV 76 Leipzig und beim Schlusslicht, der Engelsdorfer Lok, geholt werden…

Am 25. Januar 2026 machten es die Männer der Neuseenland-Volleys Markkleeberg besser, denn sie konnten in Coswig den Sachsenmeistertitel der Senioren Ü41 erringen und sich so für die Regionalmeisterschaft am 15. März 2026 in Thüringen qualifizieren. Der Regionalmeister ist dann direkt für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert – vielleicht schaffen die Jungs ja auch das? Wünschen wir es ihnen und uns.

Etwas Interessantes abseits vom Volleyball, wenn auch nicht vom Ballsport in der Halle, gibt es abschließend noch zu berichten: Eine Abordnung unserer Mädels war am Abend vor der Stralsundreise in der rappelvollen Neuseenlandhalle zu Gast, wo die Handballer des Bundesligisten SC DHfK, gut organisiert durch den TSV 1886 Markkleeberg, ein Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Energa Bank PBS MMTS Kwidzyn austrugen (und 36:28 gewannen). Mit ihnen in der ausverkauften Halle auch einige Förderkreismitglieder, u.a. Karsten Schütze, Olaf Schlegel, Christian Funke, Lothar Schröter und ich, sowie einige weitere NVM-Fans. Mal was anderes und auch recht Schönes in unserer Sportstadt, wie ich finde.

Rainer Leipnitz

Previous PostNext Post